|
Die Geschichte des Kaffeeversand
Wie alle Legenden, ist auch
der Ursprung des Kaffeeversand sehr umstritten. Immerhin scheinen
sich die Historiker in einem Punkt einig zu sein: sehr wahrscheinlich
wuchs bereits im 13. Jahrhundert eine wilde Art der Kaffeepflanze
auf den damals noch unwegsamen Hügelketten an der Küste
des Jemen.
Es wird berichtet, daß im Jemen eine Schar Eremiten,
die sich von Landwirtschaft und Viehzucht ernährten,
beobachteten, wie ihre Ziegen, sobald sie bestimmte Blätter
und Samen von Einem immergrünen Strauch fraßen,
von Unruhe und Schlaflosigkeit befallen wurden. So kam es,
daß die Mönche diese Pflanze als Nahrungsmittel
und Getränk benutzten, um ihre Vigilien zu verlängern.
Die Gewohnheit des damals "Arabischer Kaffee" genannten
anregenden Getränks verbreitete sich bei den Ägyptern
und später bei den Türken. Tatsächlich wurde
das alte Jemen im 16. Jahrhundert von den Äthiopiern,
später von den Persern und Arabern und schließlich
von den Türken erobert.
1615: Der Venezianer Pietro della Valle führt den Kaffee
in Venedig ein. Die Araber und die Türken führen
ihn bei den Seefahrern ein, die Handelsbeziehungen zum
Mittleren
Orient unterhalten. 1650 taucht der Kaffee in Marseille,
Amsterdam, Hamburg, Paris und London auf: es entstehen
die ersten "Cafes" in München, Berlin, Stuttgart,
Köln, Düsseldorf, Frankfurt und Leipzig. 1720 wird in Venedig
das Cafe "Florian" gegründet.
1723 wird in Venedig das Cafe "Aurora" gegründet.
1760 wird in Rom das Cafe "Greco" gegründet.
Auch in Florenz entstehen Cafes: 1733 "Gilli",
1815
"Giacosa" und 1882 "Rivoire".
Zwischen Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts erstrecken
sich auf der Insel Martinique Plantagen mit rund 20 Millionen
Kaffeebäumen, deren Sorten von Kapitän Mathieu de
Cliau aus den Gewächshäusern vo Versailles eingeführt
wurden.
Von Martinique aus dehnen sich die Plantagen auch auf den
übrigen Inseln der Kleinen Antillen aus und erreichen
in kurzer Zeit eine Produktion, die damals 3/4 des europäischen
Bedarfs deckte. Vo diesem Zeit punkt an geht der "Orient-Kaffee"
stark zurück.
Heute Kommt fast die gesamte Produktion aus Zentralamerika,
Brasilien und den Tropengebieten Südamerikas. Der Kaffee
günstig liefern lassen erreicht rund 100 Millionen Säcke
pro Jahr, wobei Brasilien mit etwa 1/4 der Produktion an erster
Stelle rangiert, bei einem Eigenverbrauch von achteinhalb
Millionen Säcken.
|